Wir sagens nur drei Male: Wale, Wale, Wale… und Schluss

Freitag, 01.08.2014

 

Das Ende naht mit grossen Schritten, aber die Reisefee hat es auf den letzten Metern noch einmal sehr gut mit uns gemeint. Nicht nur dass wir in Vancouver ein paar tolle Tage bei strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen verbringen konnten, sondern darueber hinaus auch noch zufaellig eine illustre Gruppe aus Amerikanern, Kanadiern und Mexikanern kennen lernten, mit der wir dann durch das Nachtleben der kanadischen Metropole zogen. Und diese hat trotz IMMENSER Preise auch einiges an Spass zu bieten. So vergingen die Tage in Vancouver schneller als gedacht und ploetzlich (nach nur 1,5 Stunden Anstehen an der Grenze) befanden wir uns wieder auf der US-Seite in dem supergemuetlichen und entspannten Hafenstaedtchen Anacortes, das zugleich das Tor zu den San Juan Inseln bildet. Zu diesen Inseln kommt man entweder um grosse Lachse zu angeln, durch die Fjorde zu paddeln, herausragendes Seafood zu geniessen oder aber sich auf die Suche nach Orcas und anderen Meeresbewohnern auf ein Motorboot zu schwingen. Da unsere finanzielle und auch zeitliche Situation von all dem nur eine Unternehmung zuliess, befand sich Dominik natuerlich in einer besonders verzwickten Lage. Denn da weder Lachse angeln und gleichzeitig Orcas gucken noch Orcas angeln und dabei Lachse beobachten moeglich war. Fiel schliesslich die Entscheidung natuerlich zugunsten der Orcas (gucken nicht angeln;), wir haetten ja gar nicht gewusst was wir mit den Massen an Lachsen tun sollen, die Dominik sicherlich gefangen haette.

 

So ging es also an einem erneut herrlich sonnigen Tag auf ein kleines Boot in die weite der Fjorde in der Hoffnung einige Orcas zu Gesicht zu bekommen...und wie sich bei uns ja das Tiere beobachten scheinbar das ganze Jahr ueber recht erfolgreich gestaltet, war uns das Glueck auch diesmal wieder hold. So konnten wir nicht nur eine sondern bestimmt 6-7 Orca-Gruppen um unser Boot herum erspaehen und obwohl eigentlich ein Abstand von 200 Yards zu den Tieren einzuhalten ist, ist es manchmal nicht zu verhindern, dass ein Orca den Weg des Bootes kreuzt. So kam es, dass ploetzlich ein grossgewachsenes Orca-Maennchen (die haben ne 1,8 m lange Rueckenflosse...und uebrigens nen 1,2 m langen Penis) direkt neben unserem Boot auftauchte. Ausser in seaworld kommt man so nah wohl kaum an einen Orcawal ran...das war echt super!

 

Nachdem wir anschliessend Anacortes Richtung Seattle mit der Sonne im Ruecken verliessen, hiess unser naechstes Ziel Autovermietung Seattle. Denn nach nunmehr 31 Tagen und 5787 abgerissenen Meilen hat sich unser treues Auto/Notfall-Nachtlager wirklich eine Ruhepause verdient. Von nun an hiess es Seattle autolos zu erkunden. Da die Stadt aber sehr fussgaengerfreundlich und mit den Oeffentlichen gut angeschlossen ist, stellt das Fehlen eines Autos hier eigentlich keine Probleme dar. Vor allem nicht, wenn man in der eigentlich regenreichsten Stadt der USA bisher nur wolkenfreien Sonnenschein erlebt. Das macht die ohnehin schon in atemberaubender Szenerie liegende Stadt nochmal um einiges liebenswerter und obwohl wir uns nicht ganz einig sind, rangiert Seattle definitiv unter einer der bisher schoensten Staedte unserer Reise...vor allem im Sommer einen Besuch wert. Da ist es natuerlich umso schoener, dass wir genau hier, in so einer schoenen Stadt mit so tollen Ausblicken unser Abenteuer schliesslich beenden werden. 350 Reisetage liegen nun hinter uns und viele werden nicht mehr folgen. Mit einem grossen lachenden, aber sciherlich auch mit einem weinenden Auge werden wir uns nun demnaechst auf den Heimweg machen und mit unfassbar vielen Eindruecken, Erfahrungen und Erlebnissen nach Berlin zurueckkehren. Noch sind wir uns nicht ganz sicher, wie lange es fuer uns dauern wird, das alles irgendwie zu verarbeiten und tatsaechlich zu begreifen, dass wir das alles wirklich gesehen haben. Irgendwie sind wir doch erst vor kurzem aus dem Flughafen in Entebbe gekommen...das Archiv am Rand erzaehlt jedoch eine ganz andere Geschichte...und diese ist mit diesen letzten Worten schliesslich beendet.

 

 

 

Aus die Maus

 

Dom und Ine  

WALsinn!!schlaflos in Seattle 

 

 

Ueber 8000 Kilometer Asphalt in die Heimat von Mountie und Ahornblatt

Samstag, 26.07.2014

Besitzt man einen Monat lang ein Mietauto mit unbegrenzten Kilometern in einem grossen Land voller spannender Moeglichkeiten in dem das Benzin dazu auch noch relativ guenstig ist, kommt man frueher oder spaeter an einen Punkt an dem man sich wie Forrest Gump fuehlt. Man beginnt zu denken „naja, wenn wir es bis hier her geschafft haben, koennen wir ja auch noch ein Stueck weiter fahren. Und wenn wir dann noch Lust haben koennen wir ja vielleicht einfach noch weiter fahren...“ Und ehe man sich versieht stehen da 5000 Meilen auf dem Zaehler, man hat 8 Staaten der USA durchquert und befindet sich ploetzlich in den Bergen Kanadas. Dass wir jedoch so schnell vorankommen, damit haetten wir selber nicht gerechnet. Anfangs waren wir uns sogar nicht ganz sicher, ob wir es wirklich puenktlich bis zum Abgabetermin nach Seattle schaffen und haben sogar schon die eine oder andere Nachtfahrt mit eingeplant.

 

Zur entscheidenden Wende in unserer Roadtriproute kam es wohl nach unserer Fahrt ueber die Route 66 und unserer Ankunft am Grand Canyon. Denn eigentlich hatten wir fuer die  anschliessende Strecke vom Grand Canyon bis nach Salt Lake City etwa 3 bis 4 Tage eingeplant, da auf diesem Weg ja durchaus einige sehenswuerdige Nationalparks jedoch keine wirklich nennenswerte Staedte warten. Da wir nun aber gerade in diesem Zeitraum unbedingt eine etwas groessere Stadt brauchten, um in einem angemessenen Ambiente den zu erwartenden Weltmeistertitelgewinn der deutschen Elf zu verfolgen und zu feiern, musste also ein Ersatzplan her. Kurzer Hand wurde die Entscheidung getroffen Salt Lake City von der Route zu streichen, sowohl das Monument Valley als auch den Arches Nationalpark etwas kuerzer zu halten und das zuvor voellig ausser Acht gelassene Colorado in die Planung mit aufzunehmen. Das WM-Finale in einer Studentenstadt wie Boulder zu verfolgen klang fuer uns naemlich verfuehrerischer als in Uthas einsamer Praerie zu feiern. Gesagt getan... obwohl Monument Valley und Arches zwei sehr beeindruckende Nationalparks sind und hier das typische Roadtripgefuehl erst so richtig aufflammt, schafften wir es moeglichst viel in moeglichst kurzer Zeit zu besuchen und schliesslich puenktlich am 12.07. (einen Tag vor dem Finale) in Boulder, Colorado anzukommen. Im Staat der Bierbrauer war es uns dann tatsaechlich moeglich mit einigen der deutschen Mannschaft wohl gestimmten Amis den WM-Titel zu begiessen. Jedoch ergab sich durch diese WM-bedingte Umplanung ploetzlich ein voellig neues Zeitfenster. Auf einmal hatten wir mehr Zeit als wir fuer unsere weiteren Vorhaben eigentlich benoetigen wuerden. Da die Strassen von Colorado aus aber in alle Himmelsrichtungen ins nahezu unendliche fuehren, sollte es an Zeitfuellern wahrlich nicht mangeln. So fanden wir uns ploetzlich nicht nur im Rocky Mountains Nationalpark wieder, indem wir in der Lage waren Wapitis und Murmeltiere aus naechster Naehe zu betrachten, sondern standen nach einer bisonreichen Fahrt sogar vor den vier Koepfen des Mount Rushmore, die nun so eigentlich gar nicht auf unserer geplanten Route lagen.  Jetzt befanden wir uns also in South Dakota. Um nach all den Ausbruechen vom eigentlichen Plan wieder die Kurve auf die richtige Spur zu kriegen, ging es schliesslich von South Dakota direkt durch die unendlich weite und etwas eintoenige Praerie Wyomings zum Yellowstone-Nationalpark, denn dieser war schon von Beginn an immer ein fester Bestandteil unserer Tour. Mit etwas Glueck waren wir sogar in der Lage einen nicht ausgebuchten Campingplatz (im Sommer in den USA eine absolute Raritaet) mitten im Park zu finden, der uns ermoeglichte, das Wildleben, die Waelder und Geysire zwei Tage lang zu erkunden.

 

Wie eigentlich erhofft und irgendwie auch erwartet bietet Yellowstone wirklich beste Chancen viele und vor allem grosse Tiere zu beobachten. Man fuehlt sich fast wie auf Safari in Afrika, nach jeder Ecke weiss man nicht was einen erwartet und immer wenn sich mehrere Autos an der Strasse sammeln, konnte man davon ausgehen, dass sich was spannendes in der Wildnis tummelt. Innerhalb von anderthalb Tagen im Park konnten wir unzaehlige Bisons, Wapitis, einige Koyoten, grosse als auch ganz kleine Schwarzbaeren und sogar zwei Grizzlies (einer davon war schwer mit einem toten Bison beschaeftigt) erspaehen.

 

Als wir anschliessend den Yellowstone-NP in Richtung Montana verliessen, ging es zuegigen Weges in den Glacier-Nationalpark. Der landschaftlich wohl reizvollste und spektakulaerste Nationalpark hat leider den Nachteil, dass es nur eine befestigte (aber dafuer wunderschoene) Strasse durch den Park gibt. Den Rest muss man entweder mit dem Gelaendewagen oder aber zu Fuss erkunden. Da hier aber fuer jede Wanderung der Besitz von Baerenabwehrspray dringend empfohlen wird, wir dieses aber gerade zufaellig mal nicht dabei hatten, entschieden wir uns die Landschaft bis auf eine 4 Meilen Wanderung in sicherer Begleitung vieler andere Wanderer, aus der Geborgenheit unseres Autos zu erkunden. Auch wenn sich das nun auf eine Strasse beschraenkte. Entgegen aller Warnungen, Infozettel und Hinweisschilder konnten wir auf dieser Fahrt gerade mal einen umhertrottenden Schwarzbaeren entdecken. Zum Glueck haben wir uns dafuer kein Baerenspray gekauf.

 

Kurz bevor wir den Galcier-Nationalpark verlassen wollten, standen wir ploetzlich wieder vor einem uns bekannten Problem...wir lagen erneut drei Tage vor unserer eigentlichen Zeitplanung. Nur gingen uns diesmal ein wenig die Ideen aus wie wir diese Zeit weiterhin totschlagen koennten. Denn nach Seattle waere es eigentlich nur noch eine knappe Tagesfahrt, wir hatten aber noch 9 uebrig!! Da wir jedoch von Sueden kamen, die Ostrichtung uns zu weit vom eigentlichen Ziel entfernt und die Fahrt Richtung Westen uns zu schnell ans Ziel gebracht haette, blieb eigentlich nur noch der Weg nach Norden uebrig. Doch da liegt ja aber die Grenze zum grossen Nachbarn Kanada. Schnell entschlossen wir uns, dass Grenzen ja auch neue Moeglichkeiten bedeuten koennen und wer sagt denn, dass einem Roadtrip durch die USA nicht auch ein Roadtrip durch den Westen Kanadas folgen kann. Kurz den Pass gezeigt und schon befanden wir uns auf den schoenen Strassen Albertas auf dem Weg nach Calgary, die groesste Stadt im Westen des Landes. Da die Grossstadt aber nicht das war was wir uns von einer Tour durch Kanada vorstellten, liessen wir Calgary an uns vorbeiziehen und steuerten geradewegs in die Berge von British Columbia. Und da war es dann...das Kanada wie man es aus dem Fernsehen kennt. Jede Kurve eroeffnete einen neuen Blick auf schneebedeckte Berge und Gletscher gesaeumt von undurchdringlich dichten Waeldern und durchquert von kristallklaren Gebirgsfluessen. Eine Gegend die das Entdeckerherz bis zum Hals schlagen laesst. Am liebsten wuerde man an jeder Ecke anhalten, den Kameraakku leerknipsen, in das Dickicht der Waelder laufen oder die Angel in die Fluesse auswerfen. Lediglich gebremst von der Angst vor zu vielen Fotos, zu wilden Baeren (einer lief uns direkt vors Auto) und zu vielen Angelbegrenzungen beliessen wir es meist jedoch einfach beim Gucken, Staunen und Geniessen. Quer durch die Berge fuehrte uns der Weg nun schliesslich nach Vancouver, wo wir ein bisschen am kanadischen Stadtleben schnuppern wollen. Nach diesem kurzen Intermezzo ist unser kleines aber feines Kanada-Abenteuer auch schon wieder vorbei, denn bevor es schliesslich fuer die letzten Tage nach Seattle geht, steht noch ein Besuch der Orca-Wale bei den US-amerikanischen San Juan Inseln an. Davon werden wir dann hoffentlich erfolgreich in unserem letzten Blogeintrag unseres fuer uns fast unfassbaren Abenteuers berichten...

 

Fast am Ende

 

Dom und  Ine

ein ganz schoen grosser Canyon Roadtrip-Feeling pur in Utah wie jetzt sechs Koepfe!? Roadtrip-Wunderland Kanada schnuer die Wanderschuhe!!

 

Heimweh heute einmal ganz gross...denn...

Sonntag, 13.07.2014

Deutschland ist WELTMEISTER WELTMEISTER WELTMEISTER WELTMEISTER WELTMEISTER WELTMEISTER WELTMEISTER WELTMEISTER WELTMEISTER WELTMEISTER WELTMEISTER!

 

Unfassbar!! Wir sind noch ganz benommen vom Freudentaumel und waeren so gern bei euch in der Heimat!!! Feiert das beste Team der Welt mit uns mit!!

 

Ine und Dom im Rausch

Vom Nationalstolz erdrueckt mit baerigen Aussichten durchs Fledermausland in die Stadt der Lichter

Freitag, 11.07.2014

 

Dass die Amis irgendwie einen Schuss weg haben ist ja eigentlich ein offenes Geheimnis, dass einen aber die auf Glanz und Glamour fixierte Ueberfluss-Gesellschaft des kalifornischen Kuestengebietes so dermassen ueberrollt, vor allem wenn man sich vor wenigen Flugstunden noch im recht „rueckstaendigen“ Zentralamerika befand,  hat uns dann doch ueberrascht. Schon dier ersten Momente nach Ankunft auf dem Flughafen von Los Angeles machten uns sofort deutlich, dass das Reisen, das in den letzten elf Monaten oft von Verzicht, Geduld und einigen Strapazen gepraegt war, nun ein sofortiges Ende gefunden hat. Bereits die Abholung unseres Mietwagens, der uns fuer einen Monat ueber die Strassen der westlichen USA bringen soll, fuehrte zu einer fuer uns erfreulichen Ueberraschung, die prima in den kalifornischen Lebensstil „groesser, schneller, teurer“ passte. Denn obwohl wir einen economic compact Wagen (natuerlich die billigste Klasse;) gebucht hatten, fahren wir nun anstatt in einem erwarteten Chevrolet Spark oder so was in einem asiatischen Strassenkreuzer durch die Gegend. Betrachtet man jedoch die anderen Verkehrsteilnehmer auf den Highways von LA besitzen wir wohl immer noch eins der kleinsten Autos ;)

 

Unsere ersten Autokilometer sollten uns nun also durch die High- und Freeways des Grossraums Los Angeles fuehren. Und wenn man schon mal da ist, duerfen natuerlich auch die weltbekannten Sehenswuerdigkeiten nicht fehlen. Es ging in die Hollywood-Hills vorbei an den Prachtvillen der Reichen und Schoenen mit Blick auf die neun grossen Buschstaben, ueber den Walk of Fame wo immernoch ein paar Sterne zu haben sind, durch Bel Air wo die anderen Reichen wohnen, fuer die auf den Hills kein Platz mehr war und schliesslich nach Beverly Hills wo die Reichen einkaufen gehen. Da wir danach immernoch nicht genug vom Geld und Kosum regierten Wunderland hatten, zog es uns an die so beruehmt klingenden Straende von Santa Monica, Venice und Malibu. Auch hier koennten wir uns zwar im Leben keinen Baucontainer leisten, aber den Freizeit-Alltag der LA-Chiceria einmal mitzuerleben war dennoch durchaus interessant, selbst wenn David Hasselhoff in Malibu leider nicht mehr im Dienst zu sein scheint ;)

 

LA vom Ueberfluss gesaettigt den Ruecken gekehrt ging es den Pacific-Highway nach Norden in Richtung San Francisco. Entlang einer von grunzenden Seeelefanten bewohnten schoenen Kuestenlandschaft erreichten wir schliesslich die von Nebel und Huegeln gepraegte Hochburg der Schwulen und Lesben, die darueber hinaus auch noch eine der beruehmtesten Bruecken der Welt ihr eigen nennt. Ungeahnt dessen, dass das schoene San Francisco ein hoellisch teures Pflaster ist, haben wir uns mit dem Plan, das 4. Juli Wochenende dort zu verbringen, nicht unbedingt einen Gefallen getan. Nachdem wir etwa gefuehlte 30 Hotels und Motels abgeklappert hatten, konnten wir schliesslich doch ein Plaetzchen finden, dass uns nicht sofort in den Ruin getrieben haette. Nun stand dem groessten Feiertag in den USA also nichts mehr entgegen. Schon zwei Tage zuvor lag die ganze Stadt bzw. das ganze Land im Ausnahmezustand in Vorbereitung auf ihren Unabhaengigkeitstag. Strassenzuege, Autos und sogar die Kuchen im Supermarkt hatten sich bereits in Schale geworfen und waren komplett in Stars and Stripes gehuellt und selbst die soeben aus dem Turnier geflogene US-Nationalelf wurde auf allen Sendern  zur Feier des Tages als Heldentruppe gefeiert. Die Krone des Patriotismus wird dem ganzen jedoch am Abend des 4. Julis aufgesetzt, wenn etwa 30000 in blau weiss rot gekleidete, mit Fahnen bewaffnete Menschen zu den Klaengen der Nationalhymne ein Feuerwerk an der Waterfront bestaunen. Fuer uns Deutsche die groesstenfalls mal zu grossen Fussballturnieren in Party-Patriotismus verfallen, kann diese Form des allumgebenden Nationalstolzes dann doch etwas erdrueckend sein. Doch am naechsten tag war das Spektakel auch schon wieder vorbei und der „national pride“ pendelte sich schnell auf ein ertraegliches Normalniveau ein. Nach 3 Tagen in San Francisco war es fuer uns schliesslich an der Zeit die kalifornische Kueste zu verlassen und das kalifornische, guenstigere Hinterland zu entdecken. Diesmal in weiser Voraussicht waren wir vorbereitet und mit der Buchung eines Campingplatzes im Yosemite Nationalparks auf der sciheren Seite. Neben einer Buchungsbestaetigung erhielten wir gleichzeitig noch eine Warnungs-Email mit dem Inhalt, dass auf den Campingplaetzen im Park momentan mit erhoehter Baerenaktivitaet zu rechnen sei. Mit baerigen Aussichten fuhren wir also los.

 

Im Vergleich zum eher kargen Kuestentiefland zeigte sich der Yosemite NP in vollem gruen mit ueppigen Waeldern und klaren Fluessen, mit fantastischen Aussichten auf fantastische Landschaften. Vor allem die Mammutbaeume sind hier ein Anblick, der seinesgleichen sucht. Neben einigen Rehen und zahllosen Erdhoernchen waren wir jedoch baerenfrei unterwegs. Auch die Nacht, in der wir im Vorfeld alles Essbare barensicher verstaut hatten, blieben wir von baerigen Zwischenfaellen verschont. Erst am naechsten Tag als es fuer uns schon wieder richtung Parkausgang ging, waren wir doch noch in der gluecklichen Lage einen Baer durch eine Wiese am Strassenrand stapfen zu sehen. Einfach toll!

 

Ausserhalb von Yosemite zeigte sich Kalifornien schnell wieder von der kargen und trockenen Seite. Nach dem Besuch einer alten Goldgraeber-Geisterstadt war das naechste Ziel nun die trockenen Taeler um das  Death Valley oder wie Johnny Depp wohl sagen wuerde „Fledermausland“. Auch wenn Johnny Depp im Film zwar darauf besteht dort nicht anzuhalten, legten wir einige Stops ein, um die bereits um 9 Uhr auf knapp 40 Grad angestiegen Hitze auf uns wirken zu lassen. Kaum raus aus den vor Waerme flackernden Taelern, stand nun die von Leuchtreklamen flackernde groesste Amuesiermeile der Welt auf dem Programm. Die Anfahrt auf Las Vegas stellte sich dabei jedoch als deutlich unspektakulaerer als erwartet heraus. Denn die blinkenden Lichter und leuchtenden Casinos sind aus der Ferne nicht unbedingt auszumachen. Innerhalb der Satdt sieht das dann aber doch ganz anders aus. Am Las Vegas Boulevard reiht sich ein hell erleuchtetes Hotel/ Casino neben das andere eins bunter und pompoeser als das naechste. Unzaehlige Moeglichkeiten sein Geld eimerweise zu verpulvern. Da wir im voraus ein Superschnaeppchen in einem der Hotel-Casinos gefunden hatten und in der Lage waren zu zweit fuer nur 17 Dollar pro Nacht zu wohnen, wollten auch wir uns wenigstens fuer zwei Abende mit dem „gesparten Geld“ fuer die Unterkunft dem ansteckenden Zockerreigen anschliessen. Doch bei so vielen Gluecksspielen von Wuerfeln ueber Pokern, Black Jack und etwa 1 Millionen verschiedener blinkender und tutender Automaten weiss man gar nicht wo man zu erst sein Geld aus dem Fenster werfen soll. Nach langen Beobachtungen und ausgekluegelten Taktiken hatten wir jedoch schliesslich unsere Wahl getroffen. Und siehe da, die war...fuern Arsch! Den sowohl beim Black Jack als auch an den Automaten war das Geld weg noch ehe das obligatorische Zocker-Freigetraenk bereit stand. Nach zwei einhalb Tagen und etwa 60 verzockten Dollar (dafuer aber auch unendlich viele Freidrinks, mit denen sich der Verlust schnell ertraenken liess) war es von uns wohl eine Weise Entscheidung die Stadt der Suende und Laster zu verlassen. Haette Deutschland nicht die Brasilianer uebers Knie gelegt, haetten wir vermutlich aus Frust noch unsern chicken Mietwagen verzockt. So konnten wir zwar um ein paar Dollar leichter aber dennoch zufrieden unseren Weg durch die Wueste fortsetzen.

 

Mittlerweile haben wir Nevada verlassen und befinden uns in Arizona auf den Spuren der Route 66 am Rande des Grand Canyons. Morgen soll es dann zur beruehmten Schlucht und anschliessend in Richtung Utah weitergehen. Anschliessend sind noch weitere Abstecher nach Colorado, Wyoming, Idaho und Washington geplant, bevor dann tatsaechlich die Heimat ruft und ein ganzes Jahr oder auch 365 in Tagen dem Ende zu gehen...   

 

Der Countdown laeuft

 

Ine und Dom

 Gesine wandelt in grossen Spurenkennt man!auch Kuchen tragen Stars and Stripesin den USA sind sogar die Baeume ueberdimensionalbaerige Aussichtenauf dem Weg durchs Fledermauslandmuss man mal erlebt haben     

 

Im Endspurt durch PanaCosNica

Samstag, 21.06.2014

Tja, es ist schon verrueckt. Da hat man sich ein Jahr frei genommen und somit eigentlich genug Moeglichkeiten sich die Welt anzuschauen und ehe man sich versieht, laeuft einem dann doch ploetzlich die Zeit davon. Deswegen haben wir unser Reisetempo noch einmal etwas angezogen, um innerhalb von dreieinhalb Wochen trotzdem noch das Schoenste aus den drei suedlichsten Laendern Mittelamerikas mitzunehmen. Dass das nicht ganz hinhauen wuerde war uns dabei aber natuerlich von vornherein klar ;) Dennoch koennen wir durchaus behaupten, die Zeit sinnvoll und vor allem ereignisreich genutzt zu haben.

 

Allein mit den Eindruecken und Erlebnissen der ersten drei Tage auf panamaischen Hoheitsgebiet koennte man sicherlich ein ganzes Ratgeberbuch mit dem Titel

 

„Wie ueberlebe ich in einer dreissig-koepfigen Gruppe ohne jegliche Privatsphaere?“

fuellen.

Denn trotz der bilderbuchhaften Palmeninseln, dem klaren Ozean, der weissen Sandstraende und einer spassigen, internationalen Reisegruppe hat eine drei-taegige Reise durch das San Blas Archipel auch so seine Tuecken. Dabei stellt der Umstand die Naechte mit allen gemeinsam in einer Huette voller Haengematten zu verbringen noch das geringste Problem dar. Wenn dann jedoch ein dem Kokain nicht abgeneigter Reisender ploetzlich spaetnachts eine Panikattacke bekommt, kann das schon zu erstem Missmut fuehren. Stellt sich daraufhin am zweiten Tag heraus, dass die abendliche Dusche nach einem Tag voller Sonne, Schweiss und Salzwasser lediglich aus einer Wassertonne im Freien ohne jeglichen Sichtschutz besteht, war der ein oder andere bereits jetzt durchaus bedient. Suchte man anschliessend nun auch noch das zur Verfuegung stehende Toilettenhaeuschen auf, legte man seinen Anspruch auf Privatsphaere spaetestens jetzt endgueltig nieder. Denn ein aus Wellblech provisorisch zusammengeschustertes auf Stelzen ueber den Ozean gebautes Klo, dass sich nur zur Haelfte mit einem Holzbrett schliessen liess und sich direkt an den Bootspier anschloss, auf dem es sich die gesamte Reisegruppe fuer den Abend gemuetlich machte, liess absolut keinen Raum fuer Fantasie. Die Geraeusche die man produziert wenn man sich aus etwa 1,5 Metern Hoehe in den Ozean erleichtert sind leider kaum zu ueberhoeren. Noch eindeutiger wird es dann, wenn das Produzierte zu allem Uebel auch noch langsam aber sicher am Pier entlang treibt. Da koennte man sich eigentlich auch gleich in die Mitte des Sitzkreises hocken. In dieser Situation gab es also lediglich zwei Moeglichkeiten, die Backen zusammenkniefen und hoffen, dass alle moeglichst schnell ins Bett gehen, oder aber voller Stolz und ohne Scham zu seinen Beduerfnissen stehen... die meisten versuchten es mit ersterem ;)

 

Trotz aller schamhaften Situationen hatten wir aber dennoch eine lustige Zeit in der wir lernten, vieles mit Humor zu nehmen.

 

Nachdem wir die Inseln in Richtung Panama City verliessen und wieder schalldichte Toiletten mit Anschluss an die Kanalisation benutzen konnten, stand neben einem Spaziergang durch die Altstadt natuerlich ein Besuch des Panama-Kanals auf der Agenda. Obwohl es ein interessanter und lehrreicher Ausflug war, wird der Kanal als Touristen-Attraktion jedoch vielleicht etwas ueberschaetzt. Bei einer Kanutour durch die Schleusen des Spreewaldes kann man sicherlich aehnlich viel Spass haben ;) Von Panama City aus ging es in das panamaische Bergland zum „Sendero de los Quetzals“ dem angeblich schoensten Wanderweg Zentralamerikas. Obwohl der Name anderes erwarten liess begegneten wir dabei zwar keinem Quetzal, der Weg war aber wirklich sehr schoen. Erschoepft von Grossstadt und Wanderausfluegen waren wir nun wieder reif fuer die Insel. So zog es unsere mittlerweile 5-koepfige Reisegruppe (auf der San Blas Tour hat sich eine deutsche Reise- und Interessengemeinschaft entwickelt ;) auf das Bocas del Toro Archipel. Diese Inseln sind zwar bei Weitem nicht so paradisisch wie die San Blas Inseln, jedoch laden sie ein paar Tage zum Verweilen, Schnorcheln, Angeln und Schwimmen ein. Ausserdem hatten wir so auch mal die Moeglichkeit, eine panamaische Notaufnahme von Innen zu sehen. Denn Dominik musste schmerzhaft feststellen, dass gefangene Muraenen empfindlich zubeissen koennen, als er sie mit einem unueberlegten Handgriff wieder in die Freiheit entlassen wollte. Da die ahnungslosen Panamaer Muraenen hier fuer giftige Seeschlangen halten, war die Aufregung am Anfang sehr gross. Die anschliessende Google-Recherche konnte die Gemueter dann jedoch schnell wieder beruhigen. Aufgrund von moeglicher Folgeinfektionen schien ein absichernder Besuch im Krankenhaus trotzdem keine schlechte Idee zu sein. Nachdem wir den Arzt ueberzeugen konnten, dass die Wunde nicht genaeht werden muss, war das Ende vom Lied schliesslich eine 5-taegige Antibiotikerkur, die mittlerweile aber auch schon wieder erfolgreich abgeschlossen wurde.

 

Mit Pflaster am Daumen ging es jetzt nur noch zu viert (unseren Reisefreund Lukas liessen wir auf den Inseln zurueck) ueber die Grenze in das ueppig-gruene Costa Rica. Das hier die Zeit ploetzlich noch mehr zu rasen schien, lag vor allem daran, dass endlich die langersehnte Fussball-WM angepfiffen wurde. Nun ging es darum mit planerischem Geschick Ausfluege so auf den Tag zu verteilen, dass man bloss kein sehenswertes Spiel verpasst. Da die Spiele hier aufgrund der Zeitverschiebung aber um 10, 13 und 16 Uhr uebertragen werden, war das nicht immer einfach. So standen die ersten Tage im Kuestenort Puerto Viejo hauptsaechlich im Zeichen des Fussballs, Ausfluege wurden (bis auf den Besuch einer Tierauffangstation) fuers erste vernachlaessigt. Tage mit uninteressanten Begegnungen wurden dafuer umso intensiver mit Erkundungen des Landes verbracht. An diesen Tagen ging es auf dem Weg nach Tortuguerro mit dem Boot vier Stunden durch Urwald-Kanaele vorbei an Tukanen, Bruellaffen, Krokodilen und Basilisken, in dem Staedtchen La Fortuna zu Badeloechern, hinauf auf Vulkane und hinein in Kraterseen und in Monteverde ueber Bruecken durch tiefe Nebelwaelder. Vom Fussball wurden wir immer dann eingeholt, wenn ein Sieg Costa Ricas ueber Uruguay das ganze Land in Ausnahmezustand versetzte und ploetzlich um 12 Uhr mittags randvoll gefuellte Tequilla-Glaeser ausgeteilt wurden oder aber eine Gruppe von zehn Deutschen (inklusive uns ;) ein Restaurant zum beben brachten, als Mueller die Portugiesen im Alleingang abschoss. Fussball ist halt ueberall ;) Auch wenn wir uns nicht selten wuenschten genau jetzt gemeinsam mit den Freunden zu Hause zu jubeln...aber wir sind uns sicher ihr haltet die Flagge fuer uns mit hoch.

 

Mittlerweile hat es die deutsche Reisegruppe fuers erste zerschlagen, da Yvonne und Laura noch das nach dem Sieg gegen Italien total entfesselte Costa Rica erleben wollten, wir aber aufgrund unseres knappen Zeitplanes bereits nach Nicaragua aufgebrochen sind. Nun sitzen wir im kolonialen Granada am Ufer des Nicaragua-Sees und lassen die Vulkanlandschaft auf uns wirken. Die letzten Atemzuege unseres Zentralamerika-Aufenthaltes werden wir noch im Suedwesten des Landes am Pazifik und auf einer Vulkaninsel verbringen, bevor es schliesslich am 26.06. puenktlich nach dem Deutschlandspiel von San Jose ins Land des Gegners geht... hoffentlich lassen uns die Amis danach ueberhaupt noch ins Land ;)

 

 

 

Deutschland wird Weltmeister

 

Ine und Dom  

Robinson und Freitag waren nirgends zu findenkleines Hauschen fuer grosse Geschaefte...gern auch mit Anteil der Oeffentlichkeiteine Bootsfahrt die ist lustig...5 Deutsche auf ReisenFUSSBALLTarzan!? In Costa Ricas Baeumen lebt so einiges Getier 

 

Zwei Rucksack(g)reisende am Ende eines Kontinents

Freitag, 30.05.2014

 

Nun haben wir es tatsaechlich geschafft. Wir sitzen in Carpugana, der Blick schweift ueber das tuerkisblaue Meer der kolumbianischen Karibik und hinter uns erstreckt sich der unwegsame Jungel des Darien. Nur einen Steinwurf entfernt befindet sich die panamaische Grenze die gleichzeitig das Ende des suedamerikanischen Festlandes beschreibt. Hier verbringen wir nun die letzten zwei Tage auf suedamerikanischen  Boden, ehe wir innerhalb von drei Tagen durch das San Blas Archipel an die Kueste Panamas uebersetzen.  

 

Wir haben also wirklich in den letzten Monaten den gesamten Kontinent von der suedlichsten Stadt Ushuaia bis hin zum Uebergang nach Panama durchquert und dabei die unterschiedlichsten Landschaften und Klimazonen erlebt. Zeit also diesen Abschnitt unserer Reise noch einmal Revue passieren zu lassen und den ein oder anderen Rueckschluss zu ziehen.

 

Die Vielfalt und die Unmengen an interessanten und sehenswuerdigen Ecken auf dem suedamerikanischen Kontinent ist wirklich erstaunlich. Es gibt mit Sicherheit so viel zu sehen, dass ein ganzes Leben nicht ausreichen wuerde, alles zu entdecken. Und auch wenn wir unser Ziel erreicht haben, den Kontinent von Sued nach Nord zu durchqueren und dabei moeglichst viele Laender zu besuchen, konnten auch wir nur einen Bruchteil dessen erkunden was Suedamerika eigentlich zu bieten hat. Dennoch war es uns moeglich, von den meisten Landschaften wenigstens einen kleinen Eindruck zu erhalten. Wir waren in der Lage die Gletscher und Seen Patagoniens zu passieren, auf der (leider erfolglosen) Suche nach dem Jaguar die Feuchtsavannen des Pantanals zu durchstreifen, auf dem Weg zu den Salzwuesten das Altiplano-Hochland zu befahren, die scneebedeckten majestaetischen Berge der Anden zu bestaunen, im Motorkanu durch die tiefsten, tierreichen Jungel des Amazonas zu treiben, mit Seeloewen die Straende auf den Glapagos zu teilen und schliesslich das Meer un die Sonner der Karibik zu geniessen.

 

Aber nicht nur die einzigartigen Landschaften machen Suedamerika zu einem grossartigen Kontinent. Genauso erfreulich, erstaunlich und beeindruckend ist die Vielzahl an verschiedenen Voelkern und Kulturen, die man auf dem Weg kennen lernen kann. Egal ob es Begegnungen mit den feierwuetigen, Terere trinkenden und extrem grosszuegigen Paraguayern, mit sehr zurueckhaltenden, traditionell gekleidetetn Andenvoelkern oder mit den extrem tiefenenspannten, afrokolumbianischen Menschen an der Karibik waren, allesamt waren fuer uns freundlich, aufregend und lehrreich zugleich.

 

Darueber hinaus ist Suedamerika ein Kontinent, der wirklich problemlos und sehr einfach zu bereisen ist. Distanzen und damit natuerlich auch die Busfahrten sind zwar lang, aber meist sehr gut organisiert, puenktlich und durchuas komfortabel. Guenstiges, wenn auch nicht sehr abwechslungsreiches Essen ist an jeder Ecke zu finden und Hostels und Gasthaeuser spriessen hier wirklich ueberall aus dem Boden. Suedamerika stellt somit keine besondere Herausforderung fuer den Rucksackreisenden dar.

 

Trotz all dieser tollen und unersetzbaren Erfahrungen und Erlebnisse war da dennoch etwas in Suedamerika, was uns dazu fuehrte, unsere Reise durch Afrika etwas hoeher zu bewerten, als diese nun hinter uns liegende Tour. Lange haben wir darueber nachgedacht, was es ist, dass unsere Euphorie gegenueber Suedamerika etwas daempft. Durch regen Austausch unserer Eindruecke und Vergleiche mit anderen Erfahrungen waren wir schliesslich in der Lage, unsere Empfindungen in Worte zu fassen. Wir sind letztlich zu dem Schluss gekommen, dass es vorrangig an drei Gruenden liegt, das wir bei Suedamerika vielleicht etwas weniger ins Schwaeremn geraten, als es bei Afrika der Fall ist.

 

Zum Ersten ist Suedamerika natuerlich leider schon lange kein Geheimtipp mehr. Dadurch erhaelt man oft das Gefuehl sich immer auf breit ausgetretenen Pfaden zu bewegen und egal wo man hinkommt, hat der Tourismus schon zugeschlagen. Strassen bei denen ein Hostel neben dem anderen steht muss man in Afrika lange suchen. In Suedamerika gibts solche fast in jeder Stadt. Sich dann abseits des Massenstroms zu bewegen, ist zwar immernoch moeglich, faellt aber durchaus schwer. Dazu kommt die Tatsache, dass Suedamerika mittlerweile (absolut zurecht) den Ruf eines sehr sicheren Reiseziels hat. Somit zieht es sehr viele sehr junge Menschen (Gapyear-Kids) dorthin, die sich zwischen Schulabschluss und Beginn des Studiums ein paar Monate in Peru usw. die Zeit vertreiben. Das ist an und fuer sich ja eine tolle Sache. Wenn dadurch aber die meisten Hostels zu Partytreffpunkten feierwuetiger Fruehzwanziger in der Balzzeit werden, kann es fuer ein reisendes Paerchen anfang dreissig  jedoch dazu fuehren, sich etwas fehl am Platz zu fuehlen. Dass man mit Anfang 30 in Suedamerika sowieso eher zu den Backpacker-Greisen und daher fast in jedem Hostel zu den Aeltesten gehoert, damit muss man sich leider eh sehr schnell abfinden. Zu guter Letzt aber eigentlich weniger gravierend ist die doch fast immer bestehende Sprachbarriere. Englisch ist unter der einheimischen Bevoelkerung doch sehr sehr spaerlich vetreten und da wir ueber das Stadium des rudimentaeren Spanischs leider nicht wirklich hinausgekommen sind, standen bei der Kommunikation doch erhebliche Sprachprobleme im Vordergrund. Viele bestimmt sehr spannende Gespraeche mit der Bevoelkerung gingen dadurch leider verloren. Das weit verbreitete Englisch in Afrika hatte es uns da doch erheblich einfacher gemacht, auch mit den Afrikanern in Gespraeche zu kommen.

 

Auch wenn das jetzt vielleicht alles etwas negativ klingt, sei natuerlich gesagt und da bestehen wir auch drauf ;), dass Suedamerika fantstisch ist und wir eine grossartige Zeit hatten und  auch jederzeit wieder zurueckkommen wuerden. Um diesen Eindruck noch zu bekraeftigen, haben wir uns wieder eine Top 10 Liste mit unseren groessten Suedamerika-Highlights ueberlegt (chronologisch, nicht nach Wertung;), die gleichzeitig unsere letzten 5 Monate noch einmal zusammen fassen sollen: 

 

  1. Unter Wasser mit neugierigen Seeloewen herumspielen, in Puerto Madryn, Argentinien.

  2. Gigantischen Gletschern beim Kalben zusehen, durch Moorlandschaften wandern und Biber bei der Arbeit beobachten in Patagonien und Feuerland, Argentinien

  3. Beim Karneval die Hueften zu Sambarhythmen schwingen und sich feucht froehliche Spruehschnee-Schlachten mit den Einheimischen liefern in Encarnacion, Paraguay.

  4. Enorme Wassermassen durch den Jungel stuerzen sehen und sich dabei wie ein begossener Pudel fuehlen, an den Iguazu-Faellen in Argentinien/Brasilien.

  5. In der Hochebene Boliviens skurrile Landschaften erleben und noch skurrilere Fotos machen, in Uyuni, Bolivien.

  6. Durch die Tiefen des Amazonas schippern, Wildtieren ganz nahe kommen und von den Geraeuschen des Jungels in den Schlaf gewogen werden, im Manu NP, Peru.

  7. Den Dichten Nebel durchqueren und vor den mystirioesen Ruinen in herrlicher Kulisse in Ehrfurcht erstarren, Machu Picchu, Peru.

  8. Seinen Strandplatz fuer einen Seelowen raeumen, Meeresschildkroeten zaehlen und mit Schwaermen von Haien tauchen auf den Galapagos Inseln, Ecuador.

  9. Im Saloon sitzend alte Herren mit Cowboyhueten und Poncho beim Kaffee trinken beobachten und seine Faehigkeiten im Tejo-Spielen testen in Salento, Kolumbien.

  10. In den bezaubernden Strassen Cartagenas und an den herrlichen Straenden der Karibik an dem entspannten Leben der afrokolumbianer teilhaben, Kolumbien.

 

Erfolgreiche Mission Suedamerika

 

Ine und Dom

auf dem Weg zum Tejo-Meisterkolumbianische PostkartenmotiveSchlendern durch Cartagenas Strassen

 

Endlich am letzten Höhepunkt

Samstag, 10.05.2014

 

Nein, wenn es um Erlebnisse oder besondere Ereignisse geht, befinden wir uns sicherlich noch nicht am letzten Höhepunkt unser immerhin noch knapp dreimonatigen Reise. Da es fuer uns aber von dem auf knapp 2800 m liegenden Bogota aus -wo wir uns momentan befinden- von nun an jedoch nur noch bergab geht, werden wir geografisch gesehen in den letzten 12 Wochen vermutlich nicht noch einmal in die Hoehenlagen der letzten Monate aufsteigen und somit den letzten „Hoehepunkt“ hinter uns lassen... und das ist auch gut so. Denn nachdem wir in den letzten zweieinhalb Monaten die Anden kreuz und quer, auf und ab auf gruseligen und kurvigen Strassen durchfahren haben, dabei mit staendiger kurzatmigkeit, Kaelte und zum Teil schlechten Schlaf zu kaempfen hatten, sind wir doch froh, die Hoehe endlich zu verlassen und an der flachen Karibikkueste wieder die tropische Waerme zu geniessen. Trotz der gewissen Unannehmlichkeiten die die Hoehe so mit sich bringt, muessen wir natuerlich sagen, dass wir die Reise durch die Anden auch sehr genossen haben. Auch als es fuer uns nach einem kurzen Kuesten-Intermezzo und eher klaeglichen Surfversuchen in den warmen Tiefenlagen des ecuadorianischen Pazifiks wieder geradewegs auf 2500 m hinauf ging, liessen sich Kaelte und duenne Luft abermals bewaeltigen. So haben wir uns, nun wieder in Jacke und langer Hose gekleidet, auf dem Andenruecken Ecuadors langsam Richtung Norden vorgearbeitet. Dabei fuehrte uns der Weg vorbei an der Stadt Cuenca, die uns mit alten Kirchen, einem interessanten Museum (JA! Wir waren tatsaechlich mal in einem Museum;) und einem tollen Nationalpark ein paar Tage zum Verweilen einlud. Anschliessend ging es weiter nach Banos, der Abenteuer-Hochburg Ecuadors. Hier kann man sich von Bruecken stuerzen, Stromschnellen runterpaddeln, an Wasserfaellen abseilen oder Berge hinuntergleiten...wenn das Portemonaie mitmacht. Obwohl fuer uns letztlich nur eine Bergabfahrt mit dem Fahrrad, eine Schaukelpartie am Abgrund und eine Entspannungskur in einer Therme drin war, hatten wir trotzdem wirklich viel Spass in Banos. Da wir danach natuerlich noch nicht genug vom staendigen „Auf und Ab“ in den Bergen hatten, setzten wir unsere Reise an den Osthaengen der Anden fort, um ein weiteres Mal die Regenwaelder des Tieflands zu Besuchen. Tena, eine kleine Jungelstadt im Amazonasbecken erschien uns der Richtige Ort, um von hier aus die hiesige Tier- und Pflanzenwelt zu erkunden. Das man den  Tieren dabei sogar besonders nah kommen konnte, war dann aber doch sehr ueberraschend. Denn ein am T-Shirt knabberndes Tapir und ein sich auf den Schoss setzender Affe waren auch fuer uns neu ;) Nach ein paar Tierkuschelein und einer intensiven Wanderung durch Schluchten und Fledermaushoehlen in den warmfeuchten Tropen, ging es, man kann es schon ahnen, natuerlich wieder in die Berge. Unser naechstes Ziel hiess nun die auf 2800 m liegende Stadt Quito. Eine Stadt die -bis aufs schmuddelige Wetter- fuer uns deutlich schoener war als es ihr Ruf vermuten liess. Obwohl wir aufgrund von Berichten ueber chaotische Zustaende, dreckige Strassen und gefaehrliche Ecken das Schlimmste erwarteten, empfanden wir Quito (bis auf den Verkehr) eher als entspannt und freundlich. Die Altstadt ist wirklich schoen anzusehen, von der Basilika hat man einen herrlichen Blick und nachts kann man im Partyviertel auch einiges erleben. Also eigentlich eine schoene Stadt. Da haben wir schon Schlimmeres gesehen ;)

 

Von Quito war es nun nicht mehr weit bis an die Grenze nach Kolumbien. Da uns aber sieben Stunden Busfahrt zu lang waren, entschieden wir uns doch fuer einen letzten ecuadorianischen Zwischenstopp in Otavalo. Denn es war Samstag und an diesem Tag platzt der Ort vor Haendlern, die hier ihr Handwerk, ihre Tiere und allerlei Essen verkaufen, aus allen Naehten. Ein perfekter Ort also um mal nach ein paar Souvenirs Ausschau zu halten. Einen Tag und etwa 4 volle Tueten spaeter, ging es fuer uns dann schliesslich doch nach Kolumbien. Nach einem unerwartetet einfachen Grenzuebergang und einem Zwischenstopp an einer in den Fels gebauten Kirche fuehrte uns der Weg an eine in den Bergen liegenden Lagune, an der viele niedliche und bunte Holzhaeuser stehen und die in der Nebensaison scheinbar nicht viele Besucher sieht. Der richtige Ort um ein bisschen die Ruhe zu geniessen. Nach einem anschliessenden Halt in Popayan mit seiner komplett in weiss gehaltenen Innenstadt fuhren wir weiter nach Cali. Da wir uns fuer die Stadt, der es an Sehenswuerdigkeiten mangelt, nicht wirklich erwaermen konnten, fuhren wir also gleich am naechsten Tag in das verschlafene Salento. Und wie es der Lonely Planet ausnahmsweise mal wirklich treffend beschrieb, ist dieser Ort wirklich zum Verlieben. Umgeben von gruenen Bergen und einem tollen Nationalpark kann man sich hier einfach nur wohlfuehlen. Alles in Salento laeuft etwas langsamer und ruhiger. Die ungemein freundlichen Kolumbianer sitzen hier in Poncho und Cowboyhut gekleidet vor den Saloons, trinken Kaffee oder wahlweise Bier, aus den Haeusern schallt alte Akkordeon- oder Tangomusik und abends wird das von den Kolumbianern geliebte Tejo (erinnert etwas an Boccia nur aufregender) gespielt. Alles in allem eine Atmosphaere die irgednwie an einen in Kuba spielenden Western erinnern koennte. Nach zwei entspannenden Tagen in diesem schoenen Oertchen, rief uns dann die Grossstadt. Denn es war Freitag und wo ist man an einem Wochenende besser aufgehoben als in der vor Studenten strotzenden 8 Millionen Metropole Bogota. Also wieder rein in den Nachtbus ein paar weitere hundert Meter bergauf und ab ins Getummel. Nachdem wir nun die erste Zeit hier mit ein paar Stadspaziergaengen, einem interessanten Besuch im Polizeimuseum inklusive Sonderausstellung ueber Pablo Escobar (sehr lehrreich;) und einer feuchtfroehlichen Nacht in einem Bierpub verbrachten, lassen wir uns ueberrachen, was der Rest des Wochenendes noch so zu bieten hat.

 

Morgen werden wir uns nun (nachdem wir ausgeschlafen haben;) mit dem ein oder anderen Zwischenstopp endgueltig aus den Bergen verziehen und uns in die Fluten der kolumbianischen Karibik stuerzen. Dort werden wir uns dann mit Tauchen und Sonnen bis zum 1. Juni die Zeit vertreiben, um uns dann per Boot inselhoppend richtung Panama vom suedamerikanischen Kontinent zu verabschieden.

 

Die Karibik wartet    

 

Ine und Dom

jetzt bloss nicht runterfallen ich glaub mich knutscht ein Tapir was fuer ein Affenzirkus welches Schweinchen haetten sie denn gern

Im Land der Meeresdrachen und Riesenschildkroeten

Samstag, 26.04.2014

 

Bevor es losgeht, einen kleinen Hinweis vorab.Falls ihr euch die Bilder unten anschaut, macht das am besten der Reihe nach von links nach rechts. Dann erzaehlen die Bilder eine kleine Geschichte, die sich so viel schoener als nur mit Worten erzaehlen laesst. ABER vorher natuerlich trotzdem erst lesen ;)

 

’‘Mittendrin statt nur dabei‘‘ so koennte man einen Aufenthalt auf den Galapagos Inseln in Bezug auf die Tierwelt wohl ganz treffend darstellen. Das durften auch wir erfahren, als wir am 19.04. dieses uns besonders am Herzen liegende Ziel von Guayaquil auf dem ecuadorianischen Festland aus ansteuerten. Schon bei der Ankunft auf San Cristobal, der oestlichsten und aeltesten Insel des Galapagos-Archipels, wurde uns schnell klar, dass das Leben hier etwas gemaechliger und vielleicht auch etwas unkonventioneller ablaeuft. Bereits die Gepaeckausgabe am Flughafen hatten wir vorher so auch noch nicht erlebt. Das Gepaeck wurde einfach kreuz und quer in einem abgetrennten Raum abgestellt und anschliessend durften immer 10-15 koepfige Passagiergruppen den Raum betreten, um ihre Gepaeckstuecke zu suchen, waehrend die anderen Passagiere ungeduldig draussen warteten. Nachdem auch wir mit der fuenften Gruppe in den Gepaeckraum gespuelt wurden, hiess es fuer uns also erstmals den Boden des so bekannten Galapagos-Nationalparks zu betreten (der uebrigens 100 $ pro Person Eintritt kostet). Vom Flughafen aus war es fuer uns nur ein kleiner Fussmarsch, um in die nahegelgene Ortschaft Baquerizo Moreno zu gelangen, wo wir fuer die naechsten 6 Tage unser Basis-Quartier aufschlagen sollten. Auf dem Weg zu unserer sehr gemuetlichen, durchaus zentralen und vor allem mit 40$ pro Nacht und Zimmer SEHR guenstigen (fuer Galapagos-Verhaeltnisse) Unterkunft konnten wir bereits die ersten Blicke auf Strand und Kueste und vor allem auf die wohl bekanntesten Bewohner der Stadt erhaschen. Dass diese von nun an 6 Tage lang wirklich ununterbrochen unsere Wege kreuzen wuerden, war uns hier aber noch nicht so ganz klar. Denn dass in Baquerizo Moreno neben etwa 5000 Einwohnern noch einmal fast genausoviele Seeloewen leben, wurde im Reisefuehrer so naemlich nicht erwaehnt ;) Wir waren also gespannt, was uns nun wohl die naechsten Tage in diesem Tierparadies so alles erwarten wuerde. Begonnen hat unsere Entdeckungstour mit einer Erkundung des Ortes, mit seinem reichhaltigen und durchaus kostspieligen Touren- und Restaurantangebot. Anschliessend machten wir einen ausgiebigen Spaziergang an der Uferpromenade, bei dem man manchmal wirklich aufpassen musste, wo man hintritt bzw. sich hinsetzt (siehe Fotogeschichte). Folgte man einfach immer der Uferpromenade erreichte man schnell die ersten Straende, die man sich genauso wie die Uferpromenade nicht nur mit anderen Touristen teilen musste. Zwischen den einzelnen Straenden war die Landschaft zum Teil mit Felsen zum Teil mit den fuer Galapagos typischen knorrigen Salzgewaechsen durchsetzt. Auch diese Gebiete strotzten vor Tieren. Somit konnten wir bereits nach dem ersten Tag fast alle fuer dieses Archipel typischen Tiere entdecken und aus wirklich naechster Naehe betrachten. Ueber uns kreisten die Fregattvoegel, vor unseren Fuessen lagen die Meerechsen, auf den Steinen sassen die Blaufusstoelpel und Seeloewen waren ja sowieso ueberall. Eine kleine Traumwelt fuer Tierfreunde und das alles nur einige Meter von unserem Zimmer entfernt. Dass diese Eindruecke aber an den weiteren Tagen tatsaechlich noch tierisch verstaerkt werden konnten, zeigten unsere naechsten Ausfluege.

 

An Tag zwei stand ein weitere Erkundung der Kueste auf dem Plan. Wir hatten gehoert, dass in etwa 45 Minuten Fussentfernung eine kleine Bucht mit nettem Strand zu finden sei, die sich sehr gut zum Schnorcheln eignen sollte. Und da ja unser Interesse vor allem bei der Unterwasserwelt der Galapagos-Inseln lag, war das natuerlich Argument genug. An der Bucht angekommen waren wir zuerst ein wenig irritiert, obwohl einige Menschen am Strand zu finden waren, hielten sich die Schnorchler doch in Grenzen und auch die durchaus starke Brandung wirkte nicht besonders schnorcheltauglich. Da wir uns aber natuerlich selber ueberzeugen wollten, warfen wir uns in die Fluten und schnorchelten drauf los. Die ersten Minuten waren dann eher ernuechternd. Kaum nennenswerte Fische und bunte Korallen gibt es hier eh eher weniger. Nur die Sichtweiten waren so gut, dass man immer den Grund sehen konnte. Und genau da musste man auch hinschauen. Denn nach kurzer Zeit stellten wir fest, dass auf dem Grund nicht nur Felsen sondern insgesamt auch 6!! ausgewachsene Meeresschildkroeten herumlagen, die dort wohl vor der Brandung Schutz suchten. Man war also nicht nur an Land sondern scheinbar auch Unterwasser eben nicht nur dabei sondern wirklich mittendrin. Nun waren wir natuerlich umso gespannter, was uns bei unserem ersten Schnorchelausflug mit dem Boot am dritten Tag alles so vor die Maske schwimmt. Bevor es ins Schnorchelgebiet ging machten wir noch eine kurze Wanderung vorbei an den Nistgebieten der Blaufusstoelpel, wo einer der Voegel gerade dabei war einen Balztanz aufzufuehren. Das Wort Toelpel bekommt danach eine viel treffendere Bedeutung ;)

 

Beim anschliessenden Schnorcheln hatten wir neben einer Muraene, ein paar Tuhnfischen und einem Igelfisch auch das Glueck eine Meerechse unter Wasser zu beobachten, waehrend hin und wieder die Seeloewen an uns vorbeischossen und uns neugierig beaeugten. Am vierten Tag stand dann endlich der lang ersehnte und SEHR teure ;) Tauchausflug auf dem Programm. Es ging zu einer der Insel vorgelagerten Felsformation die Lebensraum verschiedenster kleiner und grosser Meeresbewohner ist.

 

Des Preises wegen entfuehrten uns leider nur zwei Tauchgaenge in diese spannende Welt in der wir in der Lage waren, erneut einige Schildkroeten, riesige Fischschwaerme, die wie dunkle Wolken an einem vorbeizogen, und vor allem unzaehlige weissspitzen-, schwarzspitzen- und gallapagos- Riffhaie zu entdecken. Als kleiner Wehmutstropfen konnten wir leider wieder weder Hammerhaie noch Mantarochen ausfindig machen...ein Grund zurueck zu kommen ;)

 

Am fuenften Tag stand fuer uns die Erkundung des Inselinneren auf dem Plan, vorbei an einer Suesswasserlagune, die in ungewoehnlich ueppiger Vegetation gelegen den Fregattvoegeln als Gefieder-Waschanlage dient, hinein ins Gebiet der Riesenschildkroeten. Da diese Geschoepfe bekanntermassen ja nicht sehr flink sind, gelang es uns schnell einige von ihnen auszumachen und einzuholen... wieder ein sehr hautnahes Tiererlebnis. Doch auch hier hielten wir uns (auch wenn es manchmal sehr sehr schwer fiel) an die eiserne 1. Nationalparkregel: Tiere niemals anfassen!! Anschliessend ging es zum fuer uns wohl schoensten Strand der Insel, an dem wir bereits beim Betreten des Wassers von einer Schildkroete und in der Ferne von einem springenden Schwertfisch begruesst wurden. Tiere ueberall...

 

Am letzten Tag auf der Insel hiess es fuer uns entspannen in einer ganz einsamen Felsenlagune, in der zwar das Schnorcheln nicht besonders spannend, die Gesellschaft der Seeloewen um uns herum aber um so freundlicher war. Das machte den bevorstehenden Abschied natuerlich umso schwerer.

 

Waehrend des unangenehm holprigen Rueckfluges nach Guayaquil hatten wir genug Zeit um ein kleines persoenliches Fazit vom Erlebten zu ziehen. Fuer uns sind die Galapagos trotz der hohen Kosten (falls es jemanden interessiert, die 6 Tage inklusive Flug, Unterkunft, aller Ausfluege, Essen etc. kosteten uns etwa 640 Euro pro Person) allemal eine Reise wert. Jedoch ist es vor allem die Kueste und das Meer, was die Inseln fuer uns so reizvoll macht. Auf der Suche nach abwechslungsreichen Landschaften oder besonderen Kulturen ist man woanders sicherlich besser und vor allem guenstiger aufgehoben ;)

 

Nun sitzen wir wieder auf dem Festland und befinden uns in Puerto Lopez an der Pazifikkueste. Wenn das Wetter mitmacht, werden wir hier ein wenig Zeit verbringen, um uns nochmal aufs Surfbrett zu schwingen oder beim Angeln den grossen Fischen nachzustellen. Anschliessend wollen wir in etwa 14-16 Tagen Ecuador durchqueren, um darauf hin Kolumbien, dem letzten Land unserer Suedamerika-Tour, zu besuchen.

 

Tierisch tolle Inseln

 

Ine und Dom   

tagsueber muss man sich nicht nur den Strand mit grunzenden und stinkenden Seeloewen teilen... sondern auch Parkbaenke... Bootspiere...  und Schnorchelplaetze. Abends jedoch, ist an teilen dann nicht mehr zu denken ;)

Unter der Welt der Kondore, im Reich der Pumas aber immernoch ueber den Schlangen

Dienstag, 15.04.2014

Wieder in Cusco angekommen befanden wir uns also in der Hauptstadt der Inkas...fuer uns eine Stadt mit zwei Gesichtern. Zum einen waren die tollen Bauten, Strassen und von der Hochkultur perfekt eingepassten und in unzaehligen Stunden geschliffenen  zwoelfeckigen Steine tatsaechlich schoen anzusehen, auf der anderen Seite waren wir nicht die Ersten die das herausfinden sollten. Also wurde man bei einem gemeinsamen Bummel mit Horden von andern Touristen von Einheimischen belagert und jeder bot uns etwas anderes an...Bilder, die Speisekarte, die einen ueberzeugen sollte sich doch dieses Restaurant fuer das Abendbrot auszusuchen, Wanderungen zum Machu Pichhu, Souvenirs und nicht zu vergessen...Massagen in Huelle und Fuelle.

 

Nach 2 Tagen des Touristenwahnsinns sollte es dann aber auch fuer uns zu dem Grund des Ganzen gehen...das Weltkulturerbe Machu Picchu. Um dort hinzugelangen haetten wir uns auch hier der Menge anschliessen koennen und mit dem unverschaemt ueberteuerten Zug fuer 100 US$ pro Person nach Aqua Calientes, das wegen seiner Lage zum Fusse des bekannten Fotomotivs auch Machu Pichhu Dorf genannt wird, nehmen koennen. Wir entschieden uns jedoch fuer den wesentlich aufwendigeren aber auch kostenguenstigeren Bus.

 

Am 7.4.2014 sollte es nun also losgehen. Der Bus brachte uns ueber unzaehlige Haarnadelkurven und vorbei an steilen Abhaengen und ueber selbstgebaute Bruecken, die als Ausweichweg fuer verschuettete Strassen dienten, letztlich doch sicher ans Ziel. Von hier musste man nur noch leichte 2,5 Stunden wandern, die voellig unterzuckert und mit Magenproblemen doch durchaus zur Qual werden koennen. Doch wir schafften es und nach einer erholsamen Nacht konnten wir am naechsten Morgen noch vor Sonnenaufgang die letzte Etappe in Angriff nehmen...eine 1,5 stuendige schweisstreibende Wanderung den Berg hinauf, wo wir schnell von einem Guide der nur auf neue Gaeste wartete in Empfang genommen wurden. So betraten wir also die Inkastaette und bereits beim ersten Blick wussten wir, dass sich die Anstrengungen gelohnt hatten. Der morgendliche Nebel hing noch in den Bergen und die Luft roch als wollte sie eingeatmet werden und ueber dem Naturspektakel trohnt Machu Pichhu mit seinen weitlaeufigen Inkaterrassen. Selbst dem Besucheransturm sind wir auf diesem Weg entkommen und so genossen wir nach einer zweistuendigen Fuehrung noch fuer eine ganze Weile das bekannte Postkartenmotiv, bis wir schliesslich den Rueckweg antraten. Alles in allem konnte fuer uns die Staette trotz ihres Bekanntheitsgrades den mysterioesen Flair bewahren. Eigentlich viel zu schnell sassen wir diesmal im Zug, da das peruanische Essen uns ganz schoen zu schaffen machte, und waren schon wieder  auf dem Rueckweg nach Cusco.

 

Nach dem zeitvertreibenden Besuch des Inkamuseums in Cusco ging es aber noch am Abend nach Lima. Da uns der direkte Weg jedoch nicht so geheuer war, nahmen wir gern einen 10-stuendigen Umweg ueber Arequipa in Kauf. Dafuer konnten wir 2 Naechte im Bus verbringen, was zu unserer Sparstrategie passte ;-) Im Zentrum vo Lima angekommen waren wir doch von der Modernitaet ueberrascht. Hier praegten zeitgemaesse Hochhaeuser, schoene am Meer gelegene Shoppingmalls und totschicke Restaurants das Stadtbild. Doch sobald man diese priviligierten Stadtviertel verlaesst, wird einem leider immer  wieder die in diesen Laendern vorherrschende Zweiklassengesellschaft bewusst. Doch fuer den Moment war die Grossstadt eine willkommene Abwechslung die zu Shoppinganfaellen und einer Replayjeans fuer umgerechnet 2,50 Euro fuehrte ;-)

 

Jetzt werden wir noch 2 Tage an den Straenden der peruanischen Nordkueste verbringen, bevor es fuer uns nach Ecuador geht.

 

Ecuador so nah.

 

Gesine und Dom 

Lamas duerfen auch bei einer Hochzeit in Cusco nicht fehlenund wir dachten erst Machu Picchu brennt... ...war dann aber doch noch da und jetzt haben wir auch so ein Foto ;) modernes Leben an LImas Kueste

 

…und Termiten schmecken also nach Karotten…

Donnerstag, 10.04.2014

...diese und viele andere Naturweisheiten erfaehrt man, wenn man sich in den Tiefen des peruanischen Regenwaldes fernab von jeglicher moderner Zivilisation befindet. Wie tief wir uns tatsaechlich im Jungel befunden haben, wird vor allem dann deutlich, wenn man den Weg betrachtet, den wir bis dorthin zuruecklegen mussten.

 

Begonnen hat alles mit zwei doch recht bequemen und unkomplizierten Busfahrten. Die erste fuehrte uns in nur knapp 2 Stunden vom chilenischen Arica (das uebrigens erst vor ein paar Tagen von einem ziemlich starken Erdbeben ueberrascht wurde...vielleicht hat man das in Deutschland auch gehoert) in die peruanische Grenzstadt Tacna. Da uns in diesem Ort aber nicht viel gehalten hat, diente uns der Ort nur zum Buswechsel um durch eine weitere 6 stuendige Fahrt nach Arequipa, der angeblich schoensten Stadt Perus zu gelangen. Da wir uns dort tatsaechlich recht wohlgefuehlt haben, hielt uns die Stadt dann auch fuer 4 Tage in seinem Bann, obwohl der letzte Tag jedoch als nicht ganz freiweillig bezeichnet werden kann...aber dazu spaeter. Die Tage in Arequipa nutzten wir vor allem, um uns die alten Kolonialbauten  und bunten Maerkte anzusehen, aber auch um uns durch die kulinarischen Besonderheiten der peruanischen Kueche zu arbeiten. Dabei reicht die Bandbreite von eher harmlosen aber sehr leckeren gefuellten Pfefferschoten ueber ebenfalls sehr leckeres Alpakasteak und bereits etwas ungewoehnlich aber durchaus essbares Meerschwein bis hin zu Jugo de Maca, ein Fruchtsaft mit frisch puerriertm Frosch als Beigabe...den haben wir dann doch ausgelassen ;) Da uns aber nur das Essen dieser Speisen nicht gerreicht hat und wir ab und ja doch zu kulturellen Beschaeftigungen neigen, haben wir die Zeit in Arequipa schliesslich noch fuer einen Kochkurs genutzt, um so auch die Zubereitung einiger dieser Speisen zu erlernen. (Erste Einladung werden dann kurz nach unserer Heimkehr verteilt;)

 

Nachdem wir nun eigentlich der Meinung waren, von Arequipa genug gesehen zu haben, machte uns leider das peruanische Volk einen Strich durch unsere weiteren Reiseplaene. Da hier oft, unangekuendigt und dann lange gestreikt wird, waren fuer einen unabsebaren Zeitraum die Strassen in fast alle Himmelsrichtungen Arequipas blockiert und nicht passierbar. Das hiess, dass wir fuers erste weder nach Cusco noch nach Puno gelangen konnten und da selbst ein weiterer Tag des Wartens keine Aenderung der Situation mit sich brachte, blieb uns also nur ein Umlegen unserer Reiseroute. So stand also weder Puno noch Cusco sondern das kleine Bergnest Chivay am Rande des Colca Canyon (zweittiefster Canyon der Welt) auf der Liste. Innerhalb von zwei durchaus anstrengenden Wandertagen, die einen von uns fast bis an die Grenzen jeglicher Motivation brachten, durchquerten wir die landschaftlich sehr schoene Schlucht und hatten dabei sogar die Chance ein paar Andenkondore ueber uns zu bestaunen. Durch diesen laufintensiven Zeitvertreib, war es uns nun anschliessend auch moeglich nach Puno zu gelangen, da die streikenden Minenarbeiter bis dahin die ersten Strassen wieder freigegeben hatten. Der Ort Puno ansich wuerde sich fuer eine Reise eigentlich nicht unbedingt lohnen, doch liegt er an den Ufern des Titicaca Sees und diesen einmal zu besichtigen ist sicherlich sehr interessant. So machten auch wir einen Tagesausflug auf dem See, um die dort befindlichen aus Schilf bestehenden schwimmenden Inseln zu besuchen, auf denen Menschen noch sehr traditionell und vor allem SEHR einfach leben.

 

Mittlerweile hatten sich die Minenarbeiter mit der Regierung darauf geeinigt, alle Hauptstrassen zumindest fuer einige Stunden in der Nacht freizugeben, so dass wir endlich in der Lage waren, nach Cusco unser eigentlich anfaenglich angstrebtes Ziel zu erreichen.

 

In Cusco angekommen, lag unser groesstes Interesse hauptsaechlich darin, irgendwie von hier aus in die Tiefen des Amazonasregenwaldes auf der anderen Seite der Anden zu gelangen. Und wie der Zufall es so wollte, wurde uns genau diese Moeglichkeit direkt am naechsten Tag geboten: Eine einwoechige Tour in den peruanischen Regenwald fernab von Strassen und Autos auf den Spuren von Affen und Jaguaren.  Mit den ersten Sonnenstrahlen des naechsten Tages ging es fuer uns also los auf eine zuweilen recht abenteuerliche Tour, bei der die Menschen von Kilometer zu Kilometer immer weniger und die Baume immer mehr wurden. Zuerst ging es knapp 10 Stunden in einem Minivan ueber meist unbefestigte Strassen von 3500 Metern in das Amazonas-Tiefland auf 300 Metern. Man kann sich die zum Teil haarstraeubenden Abhaenge vorstellen, die dabei ueberwunden werden mussten. Nachdem wir zu unserer Ueberraschung diesen ersten Reisetag ueberlebt hatten, ging es anschliessend (sehr harmlos) auf ein Boot um nun weitere 12 Stunden Fluss ab- und aufwaerts in die abgelegenen Ecken des Manu-Nationalparks. Wie abgelegen wir uns tatsaechlich befanden erzaehlte uns Katy unser Jungelguide, als sie uns erklaerte, dass in den uns umgebenden Waeldern noch immer Staemme leben, die bis auf ein paar zufaellige und dabei durchaus gewaltaetige Begegnungen mit den Parkrangern keinerlei Kontakt zur zivilisierten Welt haben. Diese Menschen laufen noch immer nackt durch den Urwald und beschiessen ab und zu Bootsfuehrer und sogar Touristen mit Pfeil und Bogen. Wir waren uns beide nicht ganz sicher, ob wir so eine Begegnung unglaublich spannend oder doch eher unglaublich riskant gefunden haetten ;) Jedoch blieben auch die folgenden 5 Tage jegliche Begegnungen mit nackten Urwaldmenschen aus. Tolle und spannende Begegnungen hatten wir in diesen Tagen dennoch allemal. So konnten wir in den Wipfeln der Baeume ingesamt 8 der 13 hier lebenden Affenarten entdecken, wurden beim Bootfahren von Riesenottern und Kaimanen verfolgt, konnten grosse Aras ueber uns fliegen sehen und, ein Highlight fuer Tierfreaks, ein Faultier auf dem Arm halten. Aber nicht nur viele Tiere konntne wir entdecken, gelernt haben wir sogar auch ein bisschen was. So wissen wir jetzt zum Beispiel, dass Termiten einen prima Mohruebenersatz bieten, der Saft einiger Urwaldpflanzen die Haut fuer zwei Wochen blau faerbt, lange Ameisenstrassen auf Regen hinweisen und das Kaimanaugen in der Nacht rot, Spinnenaugen hingegen gruen leuchten... viel Wissenswertes also ;)

 

Leider hatte nach 7 Tagen auch diese tolle Erfahrung ein Ende und nachdem wir ebenfalls die Rueckfahrt, die uns nun wieder von 300 auf 3500 Metern gebracht hatte, ueberlebten, hiess es fuer uns nun Cusco und vor allem dem Machu Picchu einen Besuch abzustatten. Jedoch ist klar, dass es uns bei der naechsten Gelegenheit sicherlich wieder in den Jungel ziehen wird.

 

 

 

Jetzt zum Weltwunder

 

Dom und Ine     

  in der Grundschule hatten wir auch mal ein Meerschweinchen als Klassenhaustier Liebe auf den ersten Blick morgendlicher Jungelausblick Wasserschwein-Tattoositzung im Studio Urwald

 

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